Einleitung

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Fossar de la Pedrera                    
Quelle:Peter Dutli, Jörg Esefeld, Pierre Kreis:Neue Stadträume in Barcelona

"Als Sonderelement ist der Fossar de la Pedrera auf inhaltlicher Basis zweifellos eine der bedeutendsten Anlagen in Barcelona. Die Wunde, die ein ehemaliger Steinbruch, unmittelbar außerhalb der Mauern des städtischen Friedhofs gelegen, am Fusse des Montijuic hinterließ, diente traditionell als Massengrab für die im Unabhängigkeitskampf gegen die Truppen Francos Gefallenen. Durch die Gestaltung dieses lange Zeit vernachlässigten und verlassenen Geländes erhält es zu Beginnn der Autonomie Katalaniens die Anerkennung und Würde, die ihm innerhalb der jüngeren Geschichte gebührt.
Entwurf

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Die Weite des offenen Meeres im Rücken, erreicht man die etwas verborgene Grotte entlang einer sich in den Abhang emporwindenden Wegachse, die Frontalität meidet, durch einen Wald von Zypressen und quadratischen Sandstein-Stelen, in die die Namen der Exekutionsopfer eingraviert sind. Hier, an diesem Ort der Abgeschiedenheit und der absoluten Ruhe, wo jeder Schritt leicht von den Felswänden widerhallt, manifestiert sich der tragische Inhalt, der mit diesem Gelände verbunden ist. Dahinter wird die kulissenhafte Dramatik der natürlichen Landschaft nur von minimalen architektonischen Elementen unterstützt: Die weite, von hohen Felswänden des Steinbruchs gefaßte Rasenfläche des Massengrabes wird gegen die Bewegungsachse von einer großzügigen Kurve aufgreihter Sitzbänke begrenzt. Die fragile Stahlkonstruktion einer Pergola führt entlang einem kleinen Teich zum Grabmal des Präsidenten Lluis Companys, wo sich eine ewige Flamme befindet. Die eher verspielte Detaillierung (insbesondere das in seiner Gestaltung an Carlo Scarpas Formenspiel erinnernde Mausoleum) und die Heterogenität der architektonischen Sprache in diesem Teil des Entwurfes steht in einem gewissen Kontrast zur schlichten Kraft des Zugangsbereiches. Der symbolische Gehalt der Gesamtkonstruktion macht den Fossar de la Pedrera, ganz besonders vor dem Hintergrund der Demokratiesierung Spaniens, zu einem wesentlichen Baustein der öffentlichen Freiraumplanung in Barcelona."
Details

Bauschild

Fossar de la Pedrera
Adresse C. de la Mare de Déu del Port, Montjuic
Baujahr 1985 - 1986
Architekt Beth Gali

Literatur

Peter Dutli, Jörg Esefeld, Pierre Kreis
Neue Stadträume in Barcelona
1991 Verlag der Fachvereine an den
schweizerischen Hochschulen und Techniken,
Zürich und B.G. Teubner Verlag, Stuttgart
ISBN 3728117498



















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