Einleitung
Architekt
Bauherr
Baujahr
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Erreichbarkeit
Öffnungszeiten+
Führungen
in der Nähe: |
Sauerbruch & Hutton, Berlin
WISTA-Management GmbH
1996 - 1997
Rudower Chausee, 12484 Treptow
S6,8,9,45,46 Adlershof, Bus 160, 360
siehe Exkursionen
Ortner & Ortner: Photonikzentrum
Eisele + Fritz: Innovationszentrum für
Umwelttechnologie
Brenner & Partner: Bessy II
CEPEZED B.V: Innovationszentrum für
Informatik |



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Innovationszentrum
Photonik
Quelle:
Architektur in Berlin, Jahrbuch 1998, Junius
(...) Entgegen den architektonischen Fehlgriffen in der unmittelbaren Nachwendezeit wie
dem Gründerzentrum und Ost-West-Kooperationszentrum an der Rudower Chausee, die sich in
postmoderner Camouflage um Urbanität bemühen, entwickelt sich nun das Gelände der WISTA
mit Projekten der Architekten Sauerbruch & Hutton, Manfred Ortner, Eisele + Fritz,
Dörr-Ludolph-Wimmer, Léon und Wohlhage, CEPEZED aus Delft u.v.a. zu einem der wenigen
Orte Berlins, wo junge, innovative Architektur geballt zu finden ist.
Eingelagert in das Ensemble der früheren Akademiewerkstätten, die mehr oder minder
glücklich modernisiert wurden, erheben sich am Nordrand des WISTA-Geländes die neuen
Solitäre des Innovationszentrums für Photonik, das sich an mittelständische Produzenten
und Dienstleister der Optoindustrie wendet.
Je zwei Baukörper von Manfred Ortner sowie Louisa Hutton und Matthias Sauerbruch
verbinden dort maximale Flexibilität der Raumaufteilung mit markanter, doch ganz
unterschiedlicher Architektur.
Bietet Ortner mit sehr breit gelagerten Kuben ein ausgesprochen günstiges Verhältnis von
Hüllfläche und Rauminhalt, überzeugen Sauerbruch & Hutton durch einprägsame
amöbenartige gläserne Körper.
(...)
Ihre zuerst befremdenden wie einprägsamen "Amöben", unterschiedlich groß und
bis zu fünf Meter tief, teilen sich leicht erkennbar in eine allein wechselnden
Laboreinrichtungen dienende Stahlskeletthalle und einen dreigeschossigen Betonskelettbau,
der entlang eines Servicerückgrats flexibel zwischen Labor- und Bürofunktionen teilbare
Nutzeneinheit anbietet.
Die äußere Gebäudehaut im Wechsel feststehender vertikaler Einscheibenglasfelder mit
verglasten Abluftschächten im Bereich der Doppelstützen konzipiert, nutzt die
natürliche Thermik zur Klimatisierung und zugfreien Belüftung des Gebäudes.
Die Doppelstützen sowie der Zwischenraum der Zweischalenfassade mit seinen Jalousien
folgt dabei mit wechselnden Farbfeldern dem Spektrum des Tageslichts, von kalten Farben
gen Norden zu warmen gen Süden, die die Funktion des Gebäudes überzeugend nach außen
visualisieren. (...)
(Zitat Ende) |
Entwurf



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Das Projekt ist
in erster Linie aus den funktional-technischen Anforderungen an die Gebäude entstanden.
Der Wunsch nach Minimierung des Erschließungsaufwandes und die Forderung nach
großflächigen Dunkelzonen (für optische Labore) führt zu drei Gebäuden, deren tiefer
Grundriß über ein zentrales Rückgrat erschlossen wird. Einzelne Nutzeinheiten werden
dann im rechten Winkel zu diesem Rückgrat von der Geschoßfläche abgetrennt.
Aufgrund der Forderung nach Flächengrößen von 100 bis 1.000 qm entstehen zwangsläufig
unterschiedliche Gebäudetiefen, die hier genutzt werden, um dem Gesamtkörper weiche
Konturen zu geben, was wiederum das problemlose Einfügen der neuen Gebäude in die
bestehende Bebauung erleichtert.
Drei interne Erschließungslinien der drei neuen Bauten verbinden jeweils Eingänge an den
wichtigsten Straßen am Perimeter des Bereiches und einen als "Focus"
bezeichneten Mittelpunkt, der alle Gebäude des Photonikzentrums miteinander verbindet.
Struktur: Die Etagen im Geschoßbau sind identisch und ihre Struktur
denkbar einfach: Sie sind in "Nutzungsstreifen" von 7,20m Breite und 7-20m Tiefe
aufgeteilt. Sie können untereinander verbunden werden.
Versorgung: das Gebäude integriert Tragsystem und Haustechnik in einer
im Schnitt mäanderförmigen Decke, die es erlaubt, horizontal an jeder Stelle im Gebäude
die unterschiedlichen Medien anzubieten. Der Mittelgang bildet das vertikale technische
Erschließungsrückgrat, flankiert von zwei Installationswänden.
Fassade: Der Geschoßbau verfügt über eine Doppelfassade aus Glas. Sie
bietet bei maximaler Transparenz erhöhten Wärmeschutz und erlaubt die kontrollierte,
natürliche Belüftung der Räume dahinter. Vertikal ist die Fassade in Zuluft- und
Abluft- "Streifen" gegliedert. Letztere liegen zwischen den sich aus der
Struktur des Gebäudes ergebenden Doppelstützen. Die durch natürliche Erwärmung
entstehende Konvektion sorgt für ausreichenden Unterdruck, um Frischluft durch die
Fassade zu bewegen.
Halle: Das kleinere Gebäude mit der 7,50 m hohen Halle für
Großversuche ist ein einfacher Stahlbau mit Glaswänden.
Beide Gebäude sind mit einem wechselnden Spektrum von Farben umhüllt: Bei bedecktem
Himmel sind es nur die Stützen, die dem Gebäude die Färbung geben; bei Sonne verdichtet
sich das Ffarbbild durch die heruntergelassenen, unterschiedlich eingefärbten
Sonnenschutzpaneele. Ihre Farbe folgt um den Gebäudekörper herum dem Farbspektrum des
Lichtes. |
| Details |
Angaben folgen in Kürze
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| Bauschild |
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| Projektleitung |
Fraunhofer
Management GmbH, München mit Bauplanung Stoessel, Berlin |
| Architekten |
Sauerbruch
Hutton Architekten, Berlin
Matthias Sauerbruch, Louisa Hutton,
Klaus de Winder und Holger Frielingsdorf mit Jitse van den Berg, Annikka Meier, Markus
Pfändler, Amir Rothkegel, Camilla Wilkinson |
Ausschreibung
und Objektüber-
wachung |
Harms &
Partner, Berlin/Hannover
Charsten Timm mit Horst Kirchlechner, Gabriele Schmidt |
| Tragwerksplanung |
Krebs und
Kiefer, Darmstadt/Berlin |
| Haustechnik |
Zibell Willner
& Partner, Berlin/Köln |
| Fassadenberatung |
Ingenieurbüro
Michael Lange, Berlin/Hannover |
| Literatur |
Sauerbruch/Hutton
Projekte 19901996
Mit einem Essay von Robert Harbison
1996. 160 Seiten, ca. 50 Farb- und 190 sw-Abbildungen.
22 x 28 cm. Klappenbroschur
DM 78. / öS 570. / sFr. 68.
ISBN 3-7643-5348-1
Birkhäuser Verlag
deutsch / englisch
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Bauwelt Berlin Annual 1998
Chronik der baulichen Ereignisse 19962001
1999. 280 Seiten, 280 Farb- und Duplex-, 40 sw-Abbildungen
23,4 x 31,2 cm. Fadengeheftete Klappenbroschur
ISBN 3-7643-6014-3
Birkhäuser Verlag
Die Reihe entsteht in Kooperation mit der Bauwelt
DM 78. / öS 570. / sFr. 68.
Komplette Serie (Bisher 3 von 6 Bänden erschienen.
Einzelbandpreis: DM 65. / öS 475. / sFr. 58.)
>> Rezension
Architektur in Berlin
Jahrbuch 1998
Hrsg. von der Architektenkammer Berlin. 1998,
179 S., Abb., kt.,
DM 68, Junius Verlag
>> Rezension
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Kommentare und Berichte
Space Invasion am Stadtrand
Neues Bauen in Berlin: Das Photonikzentrum Berlin-Adlershof von Hutton und Sauerbruch
VON CLAUS KÄPPLINGER
im Berliner Tagesspiegel vom 18.06.98
Nur wenigen bekannt ist Adlershof, Berlins größtes
Stadtentwicklungsgebiet. Dabei handelt es sich weder um ein Rieselfeld noch um eine Wiese,
sondern um einen Ort, dessen große Vergangenheit mit ihren zahllosen Auf- und Umbrüchen
tiefe Spuren hinterlassen hat.
(...)
Ganz gläserne Hülle, transparent und farbig, schwingen ihre Körper in kontinuierlicher
Veränderung frei in den Raum aus, scheint hier eine amorphe Materie in Bewegung erstarrt,
ja kristallisiert zu sein. Weich und fließend wie Amöben, hart und leuchtend wie
Kristalle, bleibt ihre Gestalt rätselhaft.
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